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Familienplanung und HIV

HIV und Familienplanung
Diagnostik und Behandlung HIV-betroffener Paare mit Kinderwunsch

HIV und Familienplanung

Nach langem überlegen hatten wir uns dazu entschlossen diesen Schritt zu wagen.

Gleichzeitig überschattete den Kinderwunsch dieser elendige Virus. Wir waren uns einfach nicht ganz sicher wie HIV unserem Plan einen Strich durch die Rechnung macht. Als Frau mit HIV braucht man Zeit, um diesen Berg zu erklimmen und Detailinformationen einzuholen, die einem zweifelsfreie Zuversicht geben. Mein Arzt hat uns bei diesem Prozess sehr unterstützt und bestärkt. Auch unsere  längeren Recherchen zeigten, dass es eigentlich einfacher ist als wir dachten.

Fragen, die wir mit dem Arzt besprochen haben:

  1. Zeugung: Kann ich mit einem HIV-negativen Partner Kinder bekommen?
  2. Was passiert in der Schwangerschaft bei einer HIV-positiven Frau?
  3. Wie sollte die Geburt vorbereitet werden?
  4. Wie ist es nach der Geburt mit dem Stillen?


1. Zeugung: Kann ich mit einem HIV-negativen Partner Kinder bekommen?

Für den Mann ist es recht einfach.  Wenn ein HIV positiver Mann Kinder haben möchte, muss er lediglich 6 Monate unter der Nachweisgrenze sein.  Das heißt, er sollte seine gut funktionierende HIV-Therapie täglich einnehmen. Andere Geschlechtskrankheiten sollten zudem ausgeschlossen sein bzw. behandelt worden sein. Natürlich ist es klug bei der Familienplanung genauere Absprache mit dem Arzt zu haben – vielleicht sogar monatliche Checks – einfach um sicher zu gehen. Aber da der Virus bei einer geringen Viruslast nicht übertragbar ist, und sich nicht im Sperma, sondern in der Sperma-Flüssigkeit befindet, besteht somit für die Frau, und für das Kind erst Recht keine Ansteckungsgefahr.
Bei sehr hohem Sicherheitsbedürfnis gibt es dann noch die Prep. Das ist ein Medikament, das einmalig vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird und gegen das HI-Virus schützt. Das Medikament muss selber gezahlt werden.

Bei Menschen, die ihre HI-Viren nicht unter der Nachweisgrenze bekommen,  gibt eine Möglichkeit der künstlichen Sperma-Waschung...diese wurde jedoch vor der guten Medikation konzipiert und wird eigentlich nicht mehr angewandt.

Für die Frau ist das Kinderkriegen mit HIV einfach, dennoch ein wenig komplizierter. Beim Geschlechtsverkehr ist es wie gehabt. Stimmt die Nachweisegrenze, stimmt die Sicherheit. Sofern sie die Medikation nimmt, besteht bei der Empfängnis kein Infektionsrisiko.

2. Was passiert in der Schwangerschaft bei einer HIV-positiven Frau?

Dann muss man immer wieder staunen – der Virus dringt nicht in die Plazenta ein. Deshalb besteht in der Schwangerschaft keine Gefahr – abgesehen von außerordentlichen Ereignissen – die gibt es aber immer.
Es gibt sogar Hinweise, dass eine Schwangerschaft den Verlauf der HIV-Infektion der Frau positiv beeinflussen kann. In einer Kohortenstudie mit fast 800 infizierten Frauen hatten Mütter, die mindestens ein Kind bekommen hatten, höhere CD4+-Lymphozyten-Spiegel, eine niedrigere Viruslast und ein verringertes Progressionsrisiko.

Trotzdem muss die Mutter ab der 28. Woche HIV-Medikamente einnehmen, um das Baby zu schützen. Denn in der Schwangerschaft und während der Geburt (z.B. durch Wehentätigkeit, Verletzungen) kann die Schranke undicht werden.
Nichtsdestotrotz sollte eine Schwangere Frau alle zwei Wochen zur Kontrolle – alleine um vorzeitige Wehen zu verhindern.

3. Wie sollte die Geburt vorbereitet werden?

Die Geburtsbetreuung sollte von Spezialisten übernommen werden, die Erfahrung in der Geburtshilfe bei HIV-betroffenen Frauen haben. Früher wurde eine Entbindung per Kaiserschnitt empfohlen Heutzutage kann die Geburt in vielen Fällen auf natürlichem Wege erfolgen, wofür sich viele Frauen entscheiden.  Auch hier ist die wichtigste Voraussetzung eine Viruslast unter der Nachweisgrenze.

4. Wie ist es nach der Geburt mit dem Stillen?

Nach der Geburt wird das Stillen ein Thema. Bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze wird trotzdem vom Stillen abgeraten. Medikamente können  in die  Muttermilch gelangen und  es ist unklar, was dies für langfristige Folgen hat. Ist die Viruslast nicht unter der Nachweisgrenze, kann das HI-Virus in die Muttermilch gelangen. Damit steigt das Risiko einer Übertragung des HIV-Virus auf das Baby. Deshalb raten zur Zeit, Experten das Baby mit der Flasche zu ernähren.

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